20.02.08
Nazi - Lied - Lehrer
So, so. Ein Musiklehrer am Delmenhorster Gymnasium hat seine Schüler das Hitler-Jugend-Lied “Unsere Fahne flattert uns voran” singen und dabei den bekannten Gruß ausführen lassen. Das Ereignis hatte erlebnispädagogischen Charakter.
Konsequenz: an dieser Schule wird er nicht mehr unterrichten, eventuell wird er aus dem Staatsdienst entlassen und eine Anzeige wegen Volksverhetzung wurde mittlerweile eingestellt. Grund: Volksverhetzung bedarf einer unüberschaubaren Öffentlichkeit und eine Schulklasse ist gar nicht unüberschaubar und öffentlich. Herzallerliebste Argumentation der Staatsanwaltschaft. Der Lehrer hat sich krank gemeldet (SpOn).
Und da sieht man dann auch mal wie unrealistisch so ein Szenario wie im Film “Die Welle” ist, der demnächst mit Jürgen Vogel als Lehrer ins Kino kommt. Diese Koinzidenz sollte man dem Delmenhorster Lehrer vielleicht zu Gute halten. Davon abgesehen, bietet es Anlass, sich an die Schüler dieses schönen Landes zu wenden:
Liebe Schüler, bis es in dreißig Jahren die nächste Verfilmung von “Die Welle” gibt, werdet ihr Euch künftig allesamt diesen Film mit Jürgen Vogel anschauen müssen. Nachdem ihr das gleichnamige Buch gelesen habt (das ist aber nicht von Jürgen Vogel).Verfasst von Michael am 20.02.08 22:57Wenn Euch eure Lehrer dann dumm kommen, indem sie ALLEN ERNSTES eine Diskussion darüber führen möchten, wie leicht solche schlimmen Ereignisse wie im Film Wirklichkeit werden können und wie wichtig es ist, sich TAG FÜR TAG (und Schuljahr um Schuljahr) mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, damit so etwas nie wieder passiert. Dann antwortet doch bitte einfach:
Was für ein Unsinn. Die * Name der Schülerin, die im Sozialkundeunterricht jeden Satz ihrer regen mündlichen Beteiligung mit “Ich finde” einleitet * würde da niemals mitmachen und erstens sofort zum Schulleiter rennen, der die Landesschulbehörde informiert, und zweitens ihre Eltern zu einer Klage wegen Volksverhetzung bewegen. Der Lehrer würde sich sofort krank melden müssen und er würde niemals wieder einen Fuss in diese Schule setzen. Wenn er überhaupt jemals wieder eine Schule von Innen sehen darf.
So läuft das nämlich hierzulande, liebe Schüler. Da ist es ganz egal, dass der Lehrer noch nie durch rechtspolitischen Äußerungen aufgefallen ist. Selbst das Kultusministerium spricht zwar von einem “missglückten Unterrichts-Experiment”, wird aber trotzdem die Konsequenzen ziehen. Denn “missglückt” heisst im diesem Zusammenhang nichts anderes als: Hysterische “Ich finde”-Schülerin samt entsprechenden Eltern und Elternratsvorsitzenden an der Schule.
Deshalb dürft ihr Euch beim “Die Welle” lesen und anschauen im Unterricht ruhig reaktionär verhalten und anhand dieser kleinen Nachrichtenepisode mal wirklich was fürs Leben lernen: Nein. Es kann nicht immer und überall passieren. Und schon gar nicht im heutigen Deutschland. Denn wer zuerst Nazi sagt hat verloren. Und zwar so richtig.
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Was ein wunderbarer Artikel. Ich feiere innerlich, denke an meine “ich-finde”-Nemesis und werde nun daran gehen, eine Einleitung für meine Magisterarbeit zu schreiben.
Posted by: Philip am 21.02.08 08:59Falsch! Denn wer zuerst Nazi sagt, hat gewonnen! :-)
Posted by: Marcel am 24.02.08 19:01