22.10.07
Roth vs. Mixa
Dirk Hermann Voß, irgendsoein Sprecher des Bischof Mixa hat eine Äußerung von Claudia Roth wohl als faschistoid bezeichnet und gesagt, ihre Wortwahl erinnere:
“in erschreckender Weise an die Propaganda-Hetze der Nationalsozialisten gegen die Katholische Kirche und ihre Repräsentanten” (Zeit).
Ich schreibe es nur auf, damit man in ein paar Monaten immer noch darüber stolpern und herzhaft lachen kann. Denn Claudia Roths Wortwahl sagte, dass Mixa ein:
durchgeknallter, spalterischer Oberfundi aus Augsburg [sei].
Damit wäre die lange - wirklich sehr, sehr lange - Liste von Worten, die nationalsozialistisch konnotiert sind, auf grandiose Art und Weise um alle drei Schmähworte erweitert worden. Das ist jetzt natürlich gesellschaftspolitisches Glatteis: aber man sollte dringend einmal die Kreativität aufbringen, sich Hitler samt seiner eigentümlichen Art öffentlich zu reden, vorzustellen…
Nun ersetzen wir Augsburg durch Moskau und lassen Hitler gegen Stalin wettern. Hätte Hitler solche Reden geschwungen, dann wäre vielleicht doch nicht ALLES am dritten Reich schlecht gewesen. Dann wäre er vielleicht niemals ein gefürchteter, völkervernichtender Diktator geworden. Vermutlich hätte er es nur zur international bekannten Witzfigur gebracht. Und wir könnten uns die noch erhaltenen Reden heute in regelmäßiger Wiederholung auf Comedy Central ansehen und ein weit weniger problematischen Umgang mit der deutschen Vergangenheit pflegen. Wahrscheinlich gäbs die Reden aber nur mit russischem Untertitel. Denn Stalin hätte sich den “durchgeknallten, spalterischen Oberfundi” wohl kaum bieten lassen.
Verfasst von Michael am 22.10.07 15:21vielen dank! ich dachte schon, ich bin der einzige, der verzweifelt nach der faschistischen propaganda-hetze gesucht hat. vielleicht ist das ein sogenannter “befreiungsschlag” wegen der “entarteten kunst” und allgemein grassierenden 'katholikenhetze' gewesen…???
Posted by: bembelkandidat am 23.10.07 04:41Schön ist ja schlichtweg auch, daß Herr Voß die katholische, einzig seligmachende Kirche damit so hübsch und einmütig auf die Seite der Verfolgten des Nazi-Regimes schiebt - als hätte selbige sich nicht allzu sehr schweigend mit dem Regime arrangiert.
Posted by: rrho am 23.10.07 11:31“Uund 'err Müller” möchte ich da rufen, nicht zu vergessen die ratten, die katholischen rattenpfade nach '45 für die ach so katholisch gescholtenen nazis…
Posted by: bembelkandidat am 24.10.07 01:46