25.06.07
Datenverlust
Der Untersuchungsausschuß wollte es wissen. Wie es damals in Afghanistan mit der KSK und dem damals dort inhaftierten Murat Kurnaz war. Nun räumt der gute Peter Wichert, seines Zeichens Staatssekretär, für das Verteidigungsministerium ein, dass
die betreffenden Daten “Ende 2004 verlorengegangen” seien. Von den Daten sei “auf Grund der Speicherkapazität des Datensicherungsroboters jedoch nur einmal” eine Sicherungskopie abgelegt worden. “Weitere Sicherungskopien waren nicht realisierbar”, so Wichert weiter. “Der Datensicherungsroboter erlitt nach der Archivierung der Daten einen technischen Defekt” (Golem)
Witzig. Wir reden hier nicht von irgendwelchen langweiligen Datensätzen, sondern von den unglaublich wichtigen Geheimsachen der Bundeswehr, die dieser defekte Datenroboter zu sichern beauftragt war. Und zwar in Form von Berichten in Textform, geschrieben vom eigenen und auswärtigen Geheimdiensten und Vor-Ort-Beobachtern. Probleme mit der Speicherkapazität? Zweite Kopie von unglaublich wichtigen Geheimsachen nicht realisierbar?
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Verfasst von Michael am 25.06.07 21:34Technorati Tags: Dantenroboter | Bundeswehr | Geheimdienst | Akten | Kurnaz
Wozu die Aufregung? In Wirklichkeit haben die Herren Militärgeheimdienstler doch schon einmal vorsorglich und ganz steuergeldaufkommensneutral (um mal Behördendeutsch zu bemühen) Platz geschaffen: Nämlich Speicherplatz für die wahren Verdächtigen dieser Republik - uns, den Bürger. Schließlich muss doch die arme Bundeswehr bald noch mehr Aufgaben stemmen und auch im Inneren für Recht und Ordnung sorgen im Amtshilfeverfahren für die überforderte Polizei, die gar nicht mehr rauskommt aus all den Sonderschichten, bei denen es um die Auflösung von terroristisch infiltrierten Demonstrationen geht…
PS Hoffen wir nur, dass nicht auch die Wehrdienst-Daten verschwunden sind. Sonst wird der eine oder andere Veteran noch mal ran müssen und plötzlich verteidigt der weiland Volkssturm Deutschland am Hindukusch…
Posted by: JOME am 26.06.07 23:02Mein Glaubwuerdigkeitsmeter hat diese Nachricht mit einer minus vier (Kategorie “Laecherlich”) gemessen. Um dieses Resultat ins rechte Licht zu setzen, die Geschichte von Muenchhausen's Flug auf der Kanonenkugel erreichte nur minus drei.
Man verkauft das Volk fuer dumm, und warum auch nicht, es hat ja eh Null Konsequenzen. Organisierte Verantwortungslosigkeit, aka der Staatsapparat.
Posted by: Juan Moment am 28.06.07 12:34Nö, ich glaub denen das sogar. Die Kluft zwischen Theorie und Praxis bei Backupverfahren ist gerade bei großen Unternehmen (und ich nehme auch oder gerade an, bei der BW) erschreckend.
Posted by: Schatten am 29.06.07 23:40