27.03.06
Knallharter Enthüllungsjournalismus zum Kotzen
SpOn berichtet, dass der belgische Fernsehsender VTM eine Journalistin mit geladener Beretta sowie allen Bauteilen für eine funktionstüchtige Bombe in das Hotel von Angela Merkel und Jacques Chirac geschmuggelt hätte. Drei Tage hätte die Journalistin mit ihrer Waffe neben den Staatschefs logiert und hätte sie jederzeit über den Haufen schießen können.
Da möchten wir uns doch alle bei der Journalistin und VTM bedanken. Wer solchen Enthüllungsjournalismus betreibt wird hoffentlich morgen wegen unerlaubten Waffenbesitzes und keine Ahnung was weiss ich noch angeklagt.
Möglichst viel Angst schüren und dafür sorgen, dass in Zukunft auch wirklich ein jeder den Finger in der Arsch gesteckt bekommt, um zu kontrollieren, ob er Waffenbauteile oder Patronen darin versteckt hat. Immer schön am Terror im Kopf arbeiten und jede Schwäche von Freiheit knallhart aufzeigen.
Ein bisschen wenig nachgedacht vielleicht. Darüber nämlich, dass einem selbst zuerst der Finger in der Arsch gesteckt wird, wenn man knallhart herausfindet, dass die Zunft der Journalisten zu wenig kontrolliert wird. Die nächste “Enthüllungsstory” wird dann wohl davon handeln, wie pflegelhaft neuerdings mit ach so vertrauenswürdigen Journalisten umgegangen wird.
(bei solchen Leuten…von mir aus bis zum Ellbogen)
Vielleicht schießen demnächst Reporter mit Gotcha-Pistolen Farbpatronen auf Politiker ab. Probehalber, um ihre Verwundbarkeit zu testen. Unter Umständen ist das aber für die Presse extrem gefährlich, vor allem wenn die Leibwächter schneller sind.
Posted by: Michael Schöfer am 28.03.06 10:52Tja, wahrscheinlich meinte die Dame den Sicherheitspolitikern vor Augen führen zu können, wie absurd ihre Bemühungen alles noch sicherer zu machen doch sind. Nur ist das Problem, dass eben diese Politiker dieses noch lange nicht begreifen werden. Sie werden jedes Loch stopfen, das man ihnen vor Augen hält und garnicht auf die Idee kommen, das dies ein Fass ohne Boden, eine Sysiphus-Aufgabe ist und sie werden noch weniger begreifen, dass sie damit den Bürgern eher schaden als nützen.
In diesem Sinne werden Aktionen wie die Beschriebene immer nach hinten los gehen.
[Schwachsinniger Spam gelöscht]
Posted by: Trottel am 29.03.06 19:20Du schreibst “Enthüllungsjournalismus”. Dabei ist zu bezweifeln, ob dies noch mit Journalismus zu bezeichnen ist. Es ist die Lust am Skandal, am Effekthaschen, die zu solchen Ausschweifungen führt. Mit Information und Kritik hat das nichts mehr zu tun.
>Darüber nämlich, dass einem selbst zuerst
>der Finger in der Arsch gesteckt wird, wenn
>man knallhart herausfindet, dass die Zunft
>der Journalisten zu wenig kontrolliert wird.
Wer soll den diese Zunft kontrollieren? Letztendlich findet diese nur durch die Leser/Zuschauer statt - über den Markt.
Posted by: Denkfabrik für Republikanismus am 31.03.06 22:18