16.03.06
Wahlplakate II - Angriff der Klonkrieger
Hier im Rhein-Main-Gebiet haben wir angesichts der nahenden Kommunalwahlen in zehn Tagen auch einige ausgesuchte Kuriositäten und Katastrophen als Wahlplakate, die ich im Anschluss an Michaels Speyerer Plakatschau gerne bekannt machen würde.
An erster Stelle wäre der Missgriff der Hofheimer CDU zu nennen, die mit dem Slogan “Hofheims Jugend braucht Raum” an den Start geht. Gut gemeint ist auch hier nicht gut gemacht. Muss ich in Kriftel jetzt damit rechnen, dass ein Hofheimer Schlachtkreuzer den Schwarzbach heruntergefahren kommt und auf eine Mobilfunkantenne schießt, damit die Hofheimer Jugend neuen Raum auf dem am Ortsrand gelegenen Sportplatz findet?
Ebenso schön wie tragisch sind die Definitions- und Identifikationsversuche. Wiederum stellt die CDU Hofheim, diesmal in Gestalt der Jungen Union, Plakate auf, die lediglich mit der Internetadresse http://www.wir-sind-hofheim.de versehen sind. Tragischerweise ist diese Vereinnahmung von Städtenamen keine Spezialität der Schwarzen, sondern auch der Braunen - in der nahe gelegenen Großstadt plakatieren die Republikaner mit dem Slogan “Wir sind Frankfurt”. Daraus ergibt sich folgende Ungleichung:
(1) REP == FfM
(2) CDU == Hofh
(3) FfM > Hofh, dann
(4) REP > CDU
Nachdem wir in (4) die Relation der beiden Parteien bestimmt haben, wären weitere empirische Daten zur Einordnung der anderen Parteien notwendig. Gibt es ähnliche Plakate in Berlin, Oestrich-Winkel oder Bad Salzuflen? Ich bitte um Zuschriften der geneigten Leser, damit wir am Ende die Hierarchie der deutschen Parteienlandschaft ein für alle mal bestimmen können.
Zum Abschied noch was zum Erschrecken:
Das ist der Spitzenkandidat der SPD in Frankfurt. Nix für ungut, Herr Oesterling - ich bin sicher, Ihre Sachkenntnis übersteigt Ihre Fotogenität.
Wow. Der sitzt mal verbissen am Teller…Ich würde sagen, er zeigt, dass er zumindest beim Theme Essen und Bembel leeren einen gewissen Kampfgeist mitbringt…
Posted by: michael am 16.03.06 10:28Politiker haben eben immer einen vollen Teller/Geldbeutel und können sich - im Vergleich zur restlichen Bevölkerung - immer einen Kneipenbesuch leisten.
Posted by: Karsten am 21.03.06 11:59