09.03.06

Von dem grossen Sportereignis

Was für eine schlechte Woche für den deutschen Fussball. Drei mal von Italien abgezockt worden. Und dann noch Alexandre Guimaraes. Vor ein paar Wochen kommt erst dieser Vernor Munoz Villalobos hierher und lässt sich freudig über “unser” Schulsystem und soziale Ungleichheit aus und dann behauptet jener Guimaraes wirklich zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt, seine Nationalmannschaft aus Costa Rica würde “uns” im Eröffnungsspiel abziehen. Da kommt einem langsam der Verdacht, dass das mittelamerikanische Land kein besonderes Interesse an guten Beziehungen mit “uns” hat. Und es ergeht der Verweis, dass es nicht das erste Fussballspiel wäre, wegen dem ein Krieg (Wikipedia) geführt wurde. Dann lacht die fussballinformierte Welt noch über “unseren” Nationaltrainer. Wenigstens über die einschlägigen Reaktionen “unserer” Abgeordneten kann auch der Einheimische noch lächeln.

Währenddessen bringt die FIFA, die hierzulande die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006 aka FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006 aka FIFA Fussball-Weltmeisterschaft aka FIFA WM Deutschland 2006 aka FIFA WM 2006 (to whom it may concern - auch in anderen Sprachen erhältlich) veranstaltet, immer noch kein bzw. immer weniger Verständnis für den Satz “Du bist hier zu Gast, du fasst hier nichts an” auf, während sich laut SpON langam aber sicher der zivile Widerstand organisiert.
Allen Ernstes will die Horrororganisation jetzt nicht-komerzielle Vorführungen wie in Kneipen oder vielleicht auch überfüllten Wohnzimmern etc. nur bei einer (kostenfreien) Lizenz zulassen. Auch kursiert diese schicke Idee während der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006 aka FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006 aka FIFA Fussball-Weltmeisterschaft aka FIFA WM Deutschland 2006 aka FIFA WM 2006 (auch in anderen Sprachen erhältlich) das Versammlungsrecht einschränken zu lassen, damit keine ungewollten Trittbrettfahrer die Veranstaltung nutzen, um für ihre ureigenen Interessen zu demonstrieren. Das Selbstbewusstsein der FIFA ist schon beeindruckend.

Die These der FIFA lautet in etwa: Deutschland hat sich für unsere Privatverantstaltung freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Während der Privatveranstaltung gehört das gesamte Land daher uns. Da jedes nur denkbare Ereignis den Markennamen unseres Produkts (FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006 aka FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2006 aka FIFA Fussball-Weltmeisterschaft aka FIFA WM Deutschland 2006 aka FIFA WM 2006 - auch in anderen Sprachen erhältlich) schädigen könnte, werden Eingriffe in Grundrechte zu Gunsten unseres Markenrechts durchaus gerechtfertigt. Wenigstens habe ich gelesen, dass die Standionbesucher jetzt doch anziehen dürfen was sie wollen. Ist doch ein Anfang.
Was sich die FIFA da leistet hat - fürchte ich - viel mit der Implementationskapazität des deutschen Staates zu tun. Ich bin gespannt darauf wie es läuft, wenn die FIFA bei der nächsten Weltmeisterschaft in Südafrika versucht durchzusetzen, dass im übertragenden Sinne keine Brezeln verkauft werden dürfen…

Verfasst von Michael am 09.03.06 10:54
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