06.03.06
Hört, hört
Sehet die Zeichen institutionalisierter rhetorischer Langeweile. Jetzt versuchen sie schon das Wort “Plapperfritze” in die rechtsradikale Ecke zu drücken… Man stelle sich einfach das Bild vor wie sich die knallharten Skins bei irgendsoeinem ungenehmigten Konzert einer verbotenen Band gegenseitig als Plapperfritzen und Schweinebacken beschimpfen. Herzallerliebst. Danach genehmigen sie sich wahrscheinlich eine Flasche Erbeerschaumwein und stossen in Birgit Homburgers Worten darauf an wie gut sie die Sprache der “Feinde der Demokratie” beherrschen.
Verfasst von Michael am 06.03.06 16:01Link?
Posted by: TH am 06.03.06 17:13Wenn Lafo das wirklich gesagt hat ist das sehr ähnlich zur NSDAP-Sprache Anfang der 30er Jahre, die das Parlament als “Schwatzbude” bezeichneten und mit den dortigen Abgeordneten etwas mehr als nur in den Sack stecken und draufhauen wollten. Aber der Oskar als alte saarländische Stimmungskanone a la Heinz Becker ist einfach manchmal so emotional da halten ihn keine zehn Pferde oder Genossen mehr.
Und der Link:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,404429,00.html
Wirbel um Lafontaines Verbalattacken
Bei einem Wahlkampfauftritt in Rheinland-Pfalz hat Oskar Lafontaine laut einem Zeitungsbericht gegen andere Politiker gewettert. Er soll die Begriffe “Schweinebande” und “Plapperfritzen” benutzt haben. Lafontaine sagte jedoch, er habe damit bestimmte Unternehmen gemeint.
Leipzig - Die “Leipziger Volkszeitung” berichtet, Fraktionschef Lafontaine habe am Donnerstag auf einer Wahlveranstaltung der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) in Schöneberg-Kübelberg die Konkurrenten der Linksfraktion im Bundestag als “Schweinebande” bezeichnet. Im Bundestag säßen “Plapperfritzen”. Lafontaine habe vor rund 80 Zuhörern gesagt, die Bürger hätten zu Recht den Eindruck, dass “die ganze Bande im Bundestag, die da sitzt”, alle in einen Sack gesteckt und geprügelt gehörten, weil der Richtige schon dabei sein werde.
Lafontaine sagte jedoch am Abend in der ARD, er habe mit dem Begriff “Schweinebande” nicht die anderen Parteien im Bundestag gemeint. Vielmehr habe er damit das Verhalten von Unternehmen kritisiert, dass man “bei exorbitanten Gewinnen noch Leute rausschmeißt”. Dafür habe er kein Verständnis. “Das ist 'ne Schweinebande, die das macht. Ich sage das auch hier”, fügte er hinzu.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) warf Lafontaine vor, mit derartigen Angriffen um die Stimmen rechtsradikaler Wähler zu werben. Dies sei ein klar erkennbares Kalkül. “Lafontaine fischt damit ganz bewusst am rechtsradikalen Rand. Er will damit ganz eindeutig den Protestbereich einfangen, der früher immer ganz rechts gewählt hat”, sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende dem Blatt. Die rechtsradikale NPD verwende dieselben Parolen. “Solche Sprüche von einem zu hören, der immer den Oberlinken gespielt hat, ist schlicht eine Sauerei”, kritisierte Beck.
Kritik kam auch von den Grünen. Deren Fraktionschef Fritz Kuhn forderte Lafontaine auf, “sich im Bundestag in aller Form zu entschuldigen”. Die Äußerungen Lafontaines seien eine “antidemokratische Entgleisung”, kritisierte Kuhn in Berlin. Damit leiste Lafontaine “dem Rechtspopulismus gegen die parlamentarische Demokratie Vorschub”.
FDP-Präsidiumsmitglied Birgit Homburger kritisierte ebenfalls, die von Lafontaine gewählten Worte seien die “Sprache von Feinden der Demokratie, vor allem von Rechtsextremen”. Homburger forderte die Links-Fraktion auf, sich von den “unerträglichen Äußerungen” Lafontaines klar zu distanzieren.
ffr/ddp
Posted by: Duncan am 07.03.06 08:46Wenn Lafo das wirklich gesagt hat ist schon ein leichter Hauch von Hitler Anfang der 30er Jahre. Damals war der Reichstag eine “Schwatzbude” und mit den damaligen Abgeordneten sollte etwas mehr passieren als sie nur “alle in einen Sack gesteckt und geprügelt gehörten, weil der Richtige schon dabei sein werde”. Aber ich verzeihe es ihm, weil der Oskar als alte saarländische Stimmungskanone a la Heinz Becker einfach manchmal so symphatisch emotional ist. Da halten ihn einfach keine zehn Pferde oder die Genossen - siehe 1999 - mehr.
Noch der fehlende Link:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,404429,00.html
Wirbel um Lafontaines Verbalattacken
Bei einem Wahlkampfauftritt in Rheinland-Pfalz hat Oskar Lafontaine laut einem Zeitungsbericht gegen andere Politiker gewettert. Er soll die Begriffe “Schweinebande” und “Plapperfritzen” benutzt haben. Lafontaine sagte jedoch, er habe damit bestimmte Unternehmen gemeint.
Leipzig - Die “Leipziger Volkszeitung” berichtet, Fraktionschef Lafontaine habe am Donnerstag auf einer Wahlveranstaltung der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) in Schöneberg-Kübelberg die Konkurrenten der Linksfraktion im Bundestag als “Schweinebande” bezeichnet. Im Bundestag säßen “Plapperfritzen”. Lafontaine habe vor rund 80 Zuhörern gesagt, die Bürger hätten zu Recht den Eindruck, dass “die ganze Bande im Bundestag, die da sitzt”, alle in einen Sack gesteckt und geprügelt gehörten, weil der Richtige schon dabei sein werde.
Lafontaine sagte jedoch am Abend in der ARD, er habe mit dem Begriff “Schweinebande” nicht die anderen Parteien im Bundestag gemeint. Vielmehr habe er damit das Verhalten von Unternehmen kritisiert, dass man “bei exorbitanten Gewinnen noch Leute rausschmeißt”. Dafür habe er kein Verständnis. “Das ist 'ne Schweinebande, die das macht. Ich sage das auch hier”, fügte er hinzu.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) warf Lafontaine vor, mit derartigen Angriffen um die Stimmen rechtsradikaler Wähler zu werben. Dies sei ein klar erkennbares Kalkül. “Lafontaine fischt damit ganz bewusst am rechtsradikalen Rand. Er will damit ganz eindeutig den Protestbereich einfangen, der früher immer ganz rechts gewählt hat”, sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende dem Blatt. Die rechtsradikale NPD verwende dieselben Parolen. “Solche Sprüche von einem zu hören, der immer den Oberlinken gespielt hat, ist schlicht eine Sauerei”, kritisierte Beck.
Kritik kam auch von den Grünen. Deren Fraktionschef Fritz Kuhn forderte Lafontaine auf, “sich im Bundestag in aller Form zu entschuldigen”. Die Äußerungen Lafontaines seien eine “antidemokratische Entgleisung”, kritisierte Kuhn in Berlin. Damit leiste Lafontaine “dem Rechtspopulismus gegen die parlamentarische Demokratie Vorschub”.
FDP-Präsidiumsmitglied Birgit Homburger kritisierte ebenfalls, die von Lafontaine gewählten Worte seien die “Sprache von Feinden der Demokratie, vor allem von Rechtsextremen”. Homburger forderte die Links-Fraktion auf, sich von den “unerträglichen Äußerungen” Lafontaines klar zu distanzieren.
ffr/ddp
Posted by: Duncan am 07.03.06 08:49Guter Eintrag, Michael. Trifft den Nagel auf des Narrens Kopf.
Ich kenne Gegenden in Bayern da ist “Schweinebacke” ein Kosewort, um nicht zu sagen ein Kompliment. Und Plapperfritzen, tja, die Poltiker, die sich ueber Oskars Aussage so maechtig aufregen und mit Hitler-Vergleichsgeschuetzen auffahren, sollten sich mal normal anziehen und abends in ner Kneipe ein Bier trinken gehen, Berlin, Bonn, Hambuich, Frankferd, Stugatt, egal wo, und den steuerzahlenden Menschen zuhoeren wenn die ueber den Bundestag reden. Da ist Plapperfritzen wohl eine der hoeflicheren Beschreibungen der Abgeordneten. FDP-Praesidiumsmitglied Birgit Homburger, sind das dann auch alle “Feinde der Demokratie”? Bin ich auch ein rechtsradikaler Populist weil ich Sie, Frau Homburger und Herr Fritz Kuhn, fuer tatsaechliche Plapperfritzen halte? Ist die Deutsche Kneipenszene rechtsradikal und Hitlertreu oder haben Sie Frau Homburger und Sie Herr Kuhn einen an der Latte?
Falsch: Es geht nicht darum, das Wort Plapperfritze in die rechtsradikale Ecke zu stellen, sondern darum zu zeigen, wie sich Populist Lafontaine beliebter antidemokratischer Stilmittel bedient. Das darf man schelten, muss man aber nicht - persönliche Meinung hin oder her.
Das “dann müssten wir ja alle rechtsradikal sein”-Argument hab ich auch schon bis zum Erbrechen gehört und hätte häufig am liebsten - populistisch überspitzt - mit “Ja” geantwortet.
Drittens, das muss ich auch noch loswerden: Skinheads sind nicht unbedingt rechtsradikal und nicht Alle mit rechtsradikalem Gedankengut/Einstellungen sind Skinheads - eher die wenigsten!