02.03.06
Als hätte man das deutsche Topmodel Heide Klum im Header
Huh? Freilich heisst sie Heidi. Aber nicht im Header. Und dies nicht aus rechtlichen Gründen, sondern um uns die leidige Kommunikation mit Heidis Papa, den wir jetzt alle aus dem Fernsehen kennen, zu ersparen. Gestern bei Topmodel im übrigen gute Jury-Entscheidung, wenn auch meine Sorge steigt, dass künftig diese Frau in allen erdenklichen Posen öffentlich zu sehen sein wird. Und nicht diese oder gar - sie hat diesen gradios gelangweilten Blick - jene. Aber ich schweife aus.
Markenrecht und noch mehr Recht. Denn es ist diese Nachricht, die mich umtreibt. Mit einiger anwältlicher Gewalt geht die FIFA augenscheinlich gegen Tourismusunternehmen vor, die in ihren Bröschüren die Floskel FIFA-WM-2006 verwenden oder mit der WM assoziierte - sagen wir - Dinge tun. Konkret hat die FIFA der Berliner Tourismus Marketing GmbH (BTM) nicht nur verboten, genannte Floskel zu verwenden, und liest jede einzelne Broschüre - in allen Sprachen - Korrektur. Sie hat auch untersagt, die Flaggen der 32 WM Teilnehmer an Tourismusständen auszuhängen. Völlig unglaublich. Mit Recht kenne ich mich nicht gut aus. Absurd genug, dass das anscheinend im Bereich des Möglichen für die FIFA liegt. Noch absurder, dass Recht in diesem Zusammenhang wenigstens simple zu sein scheint. Absurdes Problem, absurde Lösung. Man nimmt einfach die 32 Flaggen und hängt noch ein bis zwei andere dazu. Ich darf ja auch Heide Klum im Header schreiben. Frei nach Douglas Adams wissen wir ja, wer als erster an die Wand gestellt wird, wenn die Revolution kommt…
Verfasst von Michael am 02.03.06 10:21Technorati Tags: Fussball-WM | Topmodel
Was man dazu wissen muss (was ich bislang auch nur geahnt habe), hat der Geschäftsführer der FIFA Marketing & TV Deutschland GmbH, Gregor Lentze, so ausgedrückt: “Die Fußball- Weltmeisterschaft ist kein Allgemeingut, sondern eine Privatveranstaltung der 207 Fußballverbände”.
Das erklärt auch, warum die sich all das herausnehmen können - Privatveranstaltung. Die FIFA hat in den Stadien auch Hausrecht und wenn du pampig wirst, wirst du des Hauses verwiesen. (Siehe unsere Kommentarregeln: Du bist nur Gast hier, Du fasst hier nichts an.)
Nur ist dies eine Sichtweise, die in Deutschland und anderswo, wo man Fussball für ein öffentliches Gut hält (Stichwort: Fernsehberichterstattung), nicht besonders populär (und weitgehend unbekannt) ist. Und weil das so ist, sollte man auch mal thematisieren, was für Vorrechte die FIFA für ihre Privatveranstaltung vom Staat verlangt und erhält.