07.12.05
Mach Du das mal, Gerd
Gibts das? Da wird der Schröder aus der Gruft geholt, in die er gerade erst hineingeklettert ist, um über “al-Dschasira” die Freilassung von Susanne Osthoff zu verlangen. Großer Apell und so. Da verliert man doch den Glauben. Und die Merkel sagt, sie hätte gestern beim Schröder angerufen und mit ihm das Vorhaben abgesprochen.
(“Du Doris, kann ich mal…ja, ich bins…nein, die Alice Schwarzer ist gerade nicht bei mir…Was? Ja, über den Zuspruch habe ich mich schon gefreut…*klick*ring*…Du Doris, ich muss…*klick*ring*…Doris, du verdam…ach du bist es Gerd”)
Und der Schröder will jetzt also gerne den Clinton machen. Und er hat sich ja nun auch wirklich - zumal er nie anders hätte handeln können - immer schön als großer Kriegsgegner aufgespielt. Anyway. Die Angelegenheit lässt sich wohl eher zweckrational begründen. Man hält den Gerd wohl für angebracht, weil man entweder davon ausgeht, dass die - wie war das doch gleich - ELIGs vom Herrschaftswechsel im fernen Deutschland noch nichts mitbekommen haben, oder man war noch 'ne Spur cleverer und geht davon aus, dass es sich wohl um den angemesseneren Umgang mit ELIGs aus paternalistisch geprägten Gesellschaften handelt, einen Mann zu ihnen sprechen zu lassen. Halbnackte Kanzlerinnen? Auf al-Dschasira?
Verfasst von Michael am 07.12.05 21:32Technorati Tags: Terror
und ist mal jemandem aufgefallen, wie oft die geschafft haben das Wort “Altkanzler” im Tagesschau-Beitrag unterzubringen? Der Wahnsinn… mindestens fünf mal. Wenn nicht mehr. Der arme Gerd. Die reiben's ihm aber echt unter die Nase. Und warum ist der Gute so heiser? Übt da schon einer Reden halten für die nächste Bundespräsidentenkür?
Posted by: Philip am 07.12.05 22:20Hoffentlich zeigt die deutsche Politikebene auch im anderen aktuellen Entführungsfall entsprechendes Engagement.
Posted by: TC Stahl am 07.12.05 22:50@ Philip:
Ja, das ist mir auch aufgefallen; vor allem Angie hat ihr entsprechendes Statement geschickt so formuliert, daß diese Bezeichnung zwei- oder dreimal darin Platz hatte. Kann ich aber gut verstehen - an ihrer Stelle könnte ich das auch nicht oft genug hören (zumal man munkelt, der Gerd höre es nicht gern). :-)
Vielleicht verwenden alle den Begriff Altkanzler so gern weil Herr Altkanzler Schröder sonst noch die Neujahrsansprache hält. Und zwar im Glauben er wäre noch Kanzler. Nach dem Auftritt in der Elefantenrunde halte ich das durchaus für möglich ;-) Man kann Herrn Schröder nicht oft genug daran erinnern, dass er jetzt Altkanzler ist.
Gruß Sebastian
Posted by: Sebastian am 11.12.05 12:54Du mäßig informierter Verbreiter einseitiger Meinungen!
Schröder ist von Frau Merkel gebeten worden.
Passt das noch zwischen deine grauen Zellen?
Alles klar bei dir?
Posted by: Dr. Dean am 11.12.05 20:54Wie Titel und Text nahelegen…
Posted by: michael am 11.12.05 21:36Ja, dann erzähl doch mal, was am Schröder-Aufruf überhaupt so besonders war. Die Familie der Entführten, der Krisenstab und Frau Merkel wollten, dass Schröder spricht.
Daran ist nichts Ungewöhnliches.
Ungewöhnlich wäre es gewesen, wenn er gesagt hätte: “Hey, Jungs, ich vergnüg mich grade auf der Farm vom Putin, da hab ich jetzt einfach keine Zeit für sowas. Also, Tschüss, euer Gerd.”
Posted by: Dr. Dean am 11.12.05 23:03Das Besondere ist doch schlichtweg und einfach, dass man den Altkanzler heranzieht, um diesen Aufruf zu machen.
Das hätte ja beispielsweise auch der Außenminister erledigen können oder ein anderes aktives Regierungsmitglied.
Mir kommt es zumindest ungewöhnlich vor, dass die amtierende Kanzlerin ihren Vorgänger fragt, zumal deren Verhältnis nicht gerade das herzallerliebste sein dürfte.
Da ist das warum doch eine sehr spannende Frage.
Auf einem Nachrichtensender wurde beiläufig erwähnt, dass Herr Schröder zu Kanzler- Zeiten, im Irak bekannt war, eine gewisse Annerkennung und einen guten Ruf wegen seiner Antikriegshaltung dort unten hatte. Das hat sicherlich auch eine Rolle bei der Auswahl von Schröder gespielt.
Frau Merkel ist im Irak vielleicht auch noch zu unbekannt und hätte dadurch wohl auch nicht soviel Aufsehen erregt wie Herr Schröder.