17.11.05
Killerspiele
Der Berlin Blawg weist mich darauf hin, dass mit Killerspielen gar nicht erstrangig Computerspiele gemeint sind, sondern Paintball und Laserdome-Zeugs und sonstige Form der Kriegssimulation.
Das Computerspiel-Verbot ist ja noch belustigend. Den Entwicklern und dem Einzelhandel ein bisschen wirtschaftlichen Schaden zufügen und dabei alle Implementationskapazitäten des Staates völlig ignorieren. Eingriffe in die - was ist das eigentlich für eine solche wenns um Computerspiele geht - Freiheit darf man von einer Großen Koalition natürlich erwarten. Aber in Form eines rein symbolischen Gesetzes, also bitte…
Aber wie man den lieben kleinen in Zukunft beibringen soll, dass es sich bei Cowboy und Indianer um ein verbotenes Killerspiel handelt und sie es nur spielen können, weil sie noch nicht 14 sind, aber nur im Hinterhof, weil Eltern für ihre Kinder haften. Hmm. Das wird schwierig. Und dann die armen Life-Rollenspieler. Gross angelegte mehrtätige Killerspiele mit Latexwaffen. Ich sehe schon wie mit Latexschwerten bewaffnete Leuten vor dem Bundesverfassungsgericht rumspringen.
So was muss man halt in Koaltionsverträge schreiben. Da sind sich dann gleich alle einig und das hat positive Signalwirkung für die anderen Verhandlungsgegenstände…
Verfasst von Michael am 17.11.05 18:07Andere Leute, andere Aussagen: während Berlin Blawg eine Frau Eichhorn (CSU) zitiert, gibt SpOn ein Interview mit Maria Böhmer wieder, die sich wiederum auf Counterstrike et al. einschiesst.
http://www.spiegel.de/netzwelt/politik/0,1518,385496,00.html
Ich war bisher der Meinung, daß Paintball und ähnliches in .de sowieso schon seit längerem verboten seien.
Gibt's da einen Experten?
Posted by: TH am 17.11.05 18:51Man muss doch nur einen Blick in den Koalitionsvertrag werfen. Bspw. auf www.cducsu.de (12.Oktober).
Da findet sich das Wort “Killerspiele” eindeutig im Kontext von Mediengewalt, sprich: Computerspielen.
Posted by: Hokey am 18.11.05 06:59Paintball ist nicht verboten, sondern in auf baulich speziell vorgeschriebenen Geländen erlaubt (nicht beliebt, aber erlaubt). Dabei wird peinlich darauf geachtet nicht “militärisch” im Look zu sein. Bunte Overalls, bunte Waffen und Spielfelder die eher an “Spiel ohne Grenzen” erinnern, als an eine reale Szenerie. Verboten ist allerdings das Spiel “Laserdome” in Deutschland.
Uns Eddi hat in einem Interview das ganze Definiert als Spiele die eine “realistische Tötungsdarstellung haben” dabei sich auch eindeutig auf Paintball etc. bezogen. Spannend ist die Frage ob davon auch Larp, Living History oder Reenactment betroffen wäre.
Na endlich. Das ständige Drangsalieren von Vampieren mit Latexwaffen im öffenlichen Raum gehört schon lange gesetzlich reglementiert… ;)
Posted by: Meantime am 18.11.05 10:25Frau Böhmer gehört auch zu den Lustigen. Die hat ja immerhin schon eingeräumt, dass das Computerspieleverbot eventuell “weniger wirksam” als beim Fernsehen sein könnte. Was eine sehr schöne Formulierung für nicht durchsetzbar ist.
Jetzt interessiert mich das persönlich sozusagen wenig, weil Shooter kommen mir nicht ins Haus, aber ich könnte mich stundenlang über Politiker aufregen, die denken, mit einem Gesetz könnte man erreichen, dass jeden Tag die Sonne scheint.
Posted by: michael am 18.11.05 11:43das geht aus wie das hornberger schiessen.
abgesehen davon ist paintball (NICHT gotcha) beinahe olympisch geworden. hat nur wenig gefehlt. was sagt denn da das OK in deutschland. wir schicken keine teilnehmer weil das bei uns verboten ist?
Posted by: alex am 12.12.05 16:16