24.10.05
Wien ist anders.
Da waren also Wahlen in Wien, und etliche sind zu Hause geblieben. Gut, es war nur das Rennen um die Plätze spannend, schließlich waren mindestens 20% Vorsprung der SPÖ auf den nächsten eine ausgemachte Sache.
Aber die Demoskopen schreiben das eine und der Wähler, das perverse Volk tut etwas anderes. Wien hatte immer eine breite Basis für rassistische Arschlöcher. Nicht umsonst kam auch der moderne Antisemitismus aus Wien. Also erreichen die Effchen mit einer richtig widerlichen Kampagne 15%. Wir können also davon ausgehen, daß 15%1 wirklich der klassische rassistische Bodensatz hier in Wien ist.
Generell aber empfinde ich das Ergebnis als erfreulich. Die Grünen haben einen weiteren Bezirk2 erobert, sind in etlichen Bezirken auf dem zweiten Platz, auch in sehr polyglotten Bezirken, die früher Effchen-Hochburgen waren. Und der offizielle Koalitionspartner der ÖVP im Bund hat weniger Stimmen bekommen als die Kommunisten.
Es hätte schöner sein können, aber es ist zumindest brauchbar ausgegangen.
Offizielle Ergebnisse hier
1 Wenn wir gnädig sein wollen, können wir auf die niedrige Wahlbeteiligung linsen und von Mobilisierung reden und den Arsch- und Idiotenanteil auf sagen wir 8-9% kleinreden. Wollen wir aber nicht, die 15% passen schon.
2 Die Josefstadt, Bezirk der besseren Söhne und Töchter, früher sichere Bank der ÖVP.
Verfasst von TH am 24.10.05 08:40So nett formuliert klingt das abscheuliche Geschehen fast schon erträglich…
Posted by: Georg n am 24.10.05 20:48Was bitte sind Effchen? heißen die so, weil die FPÖ mit F anfängt? Oder gibt es eine andere Bedeutung?
Posted by: tc stahl am 24.10.05 21:31@Georg: Gell. Ich hab mir gedacht, ausnahmsweise grantel ich mal nur in Maßen.
@TC: Im grunde ja, wobei der Spitznam während einer der letzten erratischen Episoden des Herrn H. entstand, als er das “PÖ” aus dem Parteinamen eliminierte, und die “Freiheitlichen” als Bewegung proklamierte. Aus “F” wurde Eff und Effe und zum Schluß Effchen. Wobei das passende Homophon natürlich glückliche Fügung ist.
Posted by: TH am 24.10.05 21:50> Wobei das passende Homophon natürlich glückliche Fügung ist.
Ein Schelm, wer da böses denkt ;-)
Posted by: tc stahl am 25.10.05 00:08Noch eine Frage: Inwiefern war die Kampangne widerlich? Ich habe den Wahlkampf nicht verfolgt. Würde mich aber mal interessieren.
Posted by: tc stahl am 25.10.05 00:10@TC: Schau z.B. hier: http://dace.blogg.de/eintrag.php?id=40
Die Rhetorik auf den Wahlreden war entsprechend. Xenophobie und Rassismus pur.
Posted by: TH am 25.10.05 09:48