22.10.05
Krieger auf Zwischenstation
Das Amt des SPD-Generalsekretärs ist so beliebt nun nicht. Und so wichtig muss es auch nicht sein, was man an der jüngsten Debatte über die Abschaffung des Amtes ganz gut erkennen kann. Andererseits scheint es flexibel zu sein. Es ist ganz gut geeignet, um dort jemanden zwischenzuparken, wie man an den farblosen letzten Besetzungen Olaf Scholz und Klaus Uwe Benneter sieht. Andererseits wurde es 1999 für Müntefering geschaffen. Es ist also auch ganz gut geeignet um jemanden in die Startlöcher nach ganz oben zu bringen. Mit anderen Worten erhält so ein Generalsekretär ungefähr so viel Einfluss, wie es ihm die obere Parteiführung zugestehen will.
Mit dem personellen Todschlagargument man könne entweder Wasserhoevel nehmen oder die Position gleich ganz abschaffen hat sich Müntefering wohl für letztere Option entschieden. Wasserhoevels Konkurrentin Andrea Nahles hätte zwar die Parteilinke zufrieden gestellt, aber sein wir ehrlich - die muss noch ein paar Jahre auf die Weide, sprich hätte nur zwischengeparkt werden können.
Mit Wasserhoevel bringt Müntefering dagegen seinen Top-Krieger in Position. Vor dem ex-bloggenden Wahlkampfleiter der SPD sollte sich die Partei besser gehörigen Respekt haben. Als Münte-Vertrauter wird er seinem Chef nicht nur den Rücken freihalten sondern auch viele Freiräume geniessen. Und der Mann hat in den letzten vier Monaten ein ziemlich gefährliches Potential unter Beweis gestellt. Wer es schafft, den schmutzigsten Wahlkampf seit langen zu organisieren, ohne dass das so richtig auffällt und dabei noch immens erfolgreich ist…dem sollte man besser nicht ans Bein pissen. Und von dem steht zu erwarten, dass er seinen Weg nach oben weiter fortsetzt…
Verfasst von Michael am 22.10.05 12:45