10.10.05
Wir haben's doch gut
Was haben wir uns gewundert erregt in den vergangenen Wochen des Wahlkampfs und der Post-Wahl-Laienposse, doch erscheint all dies wenig dramatisch, wenn man in andere Länder blickt. Im von einem beinahe 15 Jahre andauernden Bürgerkrieg zerstörten Liberia ist der Präsidentschaftswahlkampf in vollem Gange. Für einen der Favoriten, den ehemaligen Weltfußballer George Weah, ruft die Masse auf Versammlungen folgenden Slogan:
“Did he kill your Ma? No!
Did he Kill your Pa? No!
Vote for George Weah!”
Mr. Weah hat vermutlich natürlich auch konstruktivere Vorschläge als den, vom Mord an den Eltern seiner Wähler Abstand zu halten (erinnert sich da jemand an John Quincy Adding Machine?), dass dies jedoch ein wichtiger Aspekt seiner Kandidatur ist (und dass dies durchaus Wähler anzieht), sollte uns wenig die Grenzen des Jammerns aufzeigen.
Dazu gibt es eine Vorgeschichte, die sogar noch zynischer ist: während der Wahlen von 1997, die schließlich der Warlord Charles Taylor gewann, ging der Slogan: “He killed my ma, he killed my pa, but I'll vote for him anyway.”
Posted by: lambach am 20.10.05 12:48