14.09.05
Die CSU-Spams und klar: die SPD ist mal wieder besser als die Anderen
Ja, da musst du als Blogger schlucken und auf die Barrikaden gehen. Wenn der Söder loslegt und hunderttausende von Mails verschicken möchte, um die CSU noch mal so richtig in Fahrt zu bringen (Blog4Berlin). Das wurde per Kommentar bisher auch erst 167 Mal getan. Ist aber auch gut so. E-Card-Urteil usw. Und wer möchte schon Parteienwerbung zwischen den Arzneimittel- und “ab 18”-Spams finden, das würde doch nur ablenken.
Was mich daran ärgert ist dieses Saubermann-Gehabe der SPD, beispielhaft nachzulesen hier und zwar so:
Bei der SPD gibt es [..] weder eine “Artikel versenden”- noch eine Einladungsfunktion per E-Mail für Unterstützer von der Webseite, lediglich Texte zum kopieren. Warum? Weil wir das mit dem Spam sehr ernst nehmen…
Das will nämlich bedeuten: Wir sind uns des juristischen Problems bewusst. Macht nix. Deswegen umgehen wir es mit Hilfe unserer Unterstützerliste. Denn: Zwar dürfen die Parteien es als Organ, sprich offizielle Wahlkampfmitglieder, Kandidaten etc. nicht tun. Aber eine dahergelaufene Privatperson…der kann niemand an den Karren fahren.
Jeder hat vier, fünf oder 100 E-Mailadressen von Verwandten, Freunden und Bekannten in seinem Adressbuch. Versende unseren Wahlaufruf per E-Mail! Wir haben dir Mustertexte für verschiedene Zielgruppen bereitgestellt. [..T]rete eine Mailwelle los.
Und dass es dabei nicht um ein paar Freunde und Verwandte geht (oder 100, sic!), zeigen dann spätestens die Zielgruppen-Musterbriefe, die nicht mal im Entferntesten dazu taugen, sie einem Freund oder Verwandten zukommen zu lassen, insbesondere aber durch förmliches Siezen auffallen. Hübsche Zielgruppenauswahl im Übrigen. Es gibt: Liebe Familie…, Liebe Frau…, Lieber Ostdeutscher…, Lieber Student und Lieber Interessierter…
Mir ist schon klar, dass die, die das Recht brechen dümmer sind, als die, die wissen wie man es umschifft. Aber sich damit zu rühmen…Also bitte!
Zur Strafe durchwühle ich jetzt meinen E-Mail Verteiler und schicke jedem erkenntlich Ostdeutschen darauf einen Musterbrief, der mit “Lieber Ostdeutscher” beginnt. Bei den Studenten mache ich dann gleich weiter. Die Studentenmusterbriefe haben nicht nur den einen oder anderen Rechtschreibfehler (Menschenrechts Verletzung), sie sind auch ziemlich grenzdebil verfasst. Hinter jeden zweiten Satz könnte man etwa ein: “Jawohl!” einsetzen, um den Textfluss zu verbessern. Besonders gelungen finde ich die Einleitung: “Lieber Student. Bei der nächsten Bundestagswahl geht es um viel.” (Jawohl!). Auch schön: “Viele junge Menschen müssten Schulden machen, um sich ein Studium leisten zu können. Wenn sie dann überhaupt noch studieren.” (Jawohl!). Und liebe SPD: Über die Einführung von Studiengebühren darf wer entscheiden? Hä? Die Länder! Jawohl.
Verfasst von Michael am 14.09.05 19:41
Dass sich Bayern einst für eine deutsche Leitkultur einsetzte, hat sich gelohnt. Eine Frucht davon ist der "moderne Wahlkampf". Freistaatskultur Als Bürger kann man nur dankbar sein, wie der Freistaat Bayern die Leitkultur ernst nimmt. Die gepred...
Weblog: Wahlen am: 14.09.05 23:36
Die SPD hat die Formulierung ihres Wahlaufrufs jetzt brav geändert. Der neue Text:
Per Mail kann jede/jeder von uns seine/ihre Freundinnen und Freunde einfach und schnell erreichen. Wir haben dir einige Mail-Texte zur Anregung vorbereitet, die du einfach in deinen Wahlaufruf einbauen kannst.
Gleich viel besser.
Posted by: michael am 16.09.05 10:04