26.08.05
Im Flut-Licht
Auch die jüngste Hochwasserkatastrophe wird den Kanzler nicht retten können. Dennoch gibt es eine unangenehme Nebenwirkung für die Union. Wieder einmal steht sie umweltpolitisch nackt da.
Man ist im Begriff, den Fehler aus dem Wahlkampf 2002 zu wiederholen“ schießt sich der Bundestagsabgeordnete und Umweltexperte der CSU Josef Göppel auf seine eigene Partei ein. Wie damals fehlt im Unionskompetenzteam ein eigener Experte für die Umwelt.
Zwar ist die ehemalige Kohl-Ministerin Gerda Hasselfeldt nominell im Kompetenzteam zuständig. Obschon in diesem Bereich völlig unerfahren übernahm sie dieses Thema zusätzlich zu ihren Hauptfeldern Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die Repräsentation des kaum überbrückbaren Spannungsfeldes von Umweltschutz und Agrarwirtschaft in einer einzelnen Person dürfte jedoch der Quadratur des Kreises gleich kommen. So wundert es dann auch nicht, dass der BUND in seiner Kritik an den ökologischen Leichtmatrosen“ im Kompetenzteam Hasselfeldt u.a. Befürwortung von Gentechnik vorwerfen kann.
Rot-grün wird sich derweil ob der jüngsten innerparteilichen Angriffe bei der CDU/CSU die Hände reiben. Im Zweifel hilft eben die Selbstmontage dem Konkurrenten im Parteienwettbewerb noch am Ehesten.
Umweltschutz ist leider nur dann ein Thema, wenn es um Menschenleben oder Eigentum geht (BSE, Feinstaub, Dürre, Überschwemmungen). Dann kocht das Thema kurz hoch und ist wenige Wochen später wieder vergessen. Leider.
Posted by: Tobias am 26.08.05 17:33Wer Pendlerpauschale und Eigenheimzulage streichen will, hat schon ein sehr gutes Umweltprogramm.
Posted by: Oliver am 27.08.05 09:09