19.08.05
Stoiber funktioniert...
Vom Ede kann man ja halten was man will, aber mag man dem jüngsten Politikbarometer glauben schenken, gibt es ganz gute Indizien dafür, dass seine Strategie funktioniert.
Der Befragungszeitraum für die heute veröffentlichte Umfrage hat freilich knapp die Vorstellung des Kompetenzteams gestreift, zumindest lag ein Umfragetag nach der Veröffentlichung der Merkel-Mannschaft.
Lässt man das mal beiseite darf man feststellen: Die CDU gewinnt in Stimmungslage und Wahlprognose um 3% auf 44 bzw. um 1% auf 43 Punkte. Die SPD verliert die 3% auf 29 bzw. bleibt stabil bei 29 Punkten.
Interessanter aber: Die Linkspartei verliert bei beiden Fragen einen Prozentpunkt und liegt jetzt bei 8%.
Auch Merkel profitiert deutlich. In der Kanzlerfrage steht es jetzt nur noch 43:47 gegen sie, und in der Liste der 10 wichtigsten Politiker rangiert sie erstmalig auf Platz 2 hinter Christian Wulff, während Schröder und der Gysi verlieren.
Was in der letzten Zeit so gerne als “Friendly Fire” von Stoiber gegen Merkel gewertet wurde, hatte vielleicht tatsächlich den Effekt, dass Merkel durch ihre leichte Distanzierung von Stoiber Gewinne verbuchen konnte. Nimmt man die Stoiber-Eklats als Wahlkampfstrategie so muss man sie als gelungen bezeichnen. Die vielen positiven Effekte bezahlt Ede lediglich mit persönlichen Ansehensverlust. Er bricht in der Liste wichtigster Politiker ein und verliert einen ganzen Punkt. Aber auch dieser Verlust muß relativiert werden. Es handelt sich um eine gesamtdeutsche Befragung. Und ich möchte daran zweifeln, dass es einen solchen Effekt auch in Bayern gegeben hat. Das Gegenteil mag der Fall sein. Sieg auf ganzer Linie.
"Es scheint so, als habe die Ost-Schelte von Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber der Union nicht geschadet: Allen Pannen im Wahlkampf zum Trotz liegt ein schwarz-gelbes Bündnis wieder knapp vor SPD, Grünen und der Linkspartei." meldet Weblog: Wahlblog am: 19.08.05 15:37
Ist doch nicht alles eitel Sonnenschein: nach einer Umfrage von infratest hat die CDU in Brandenburg zwölf und in Berlin sieben Prozentpunkte gegenüber Juni verloren. In beiden Ländern konnten die SPD und die Linkspartei deutlich zulegen.
http://www.handelsblatt.com/pshb/fn/relhbi/sfn/buildhbi/cn/GoArt!200013,300327,946748/SH/0/depot/0/