16.08.05
Ökonomische Theorie der Familie
Hans Bertram, der den jüngsten Familienbericht erstellt hat, hat nach Angaben von Reuters angeraten, der Staat möge Familien doch bitte wie Wirtschaftsunternehmen betrachten.
Gemeint ist, dass der Staat ein “angenehmes Investionsklima” für potentielle Eltern erzeugen soll. Er solle Anreize setzen, dass Frauen nicht nur mehr Kinder bekommen, sondern auch in jungen Jahren.
Als Soziologe könnte man eigentlich auch wissen, dass es Lebensbereiche gibt, in denen eine ökonomische Rhetorik vielleicht unangemessen ist. Dass die Kinder unsere Zukunft sind (Rente, sic!) ist sicher eine treffliche Feststellung. Kinder als ökonomische Einheit zu betrachten mag universitär daher möglich sein, es in den angewandten Bereich zu übertragen kommt mir aber etwas perfide vor.
Ermöglicht aber schöne Gedankenspiele. Vielleicht so: Wie wäre es mit der Einführung eines leistungsbezogenen Kindergelds. Klar, der Staat fördert auch keine neuen Unternehmen, die nicht gewinnversprechend sind. Eltern, die ihre Kinder zu potentiell erfolgreichen Kapitalisten erziehen, sollten dafür entlohnt werden, Erziehungsversagen sollten keinen Heller zu Gesicht bekommen.
Daher muss Kindergeld, in jüngeren Jahren an den Betragensnoten der Kleinen, die wir auch im Kindergarten einführen, bemessen und später dann aus einer Kombination der Betragensnoten (die bis zum Abitur aufrecht erhalten werden) mit schulischen Leistungen. Kinder die gar straftätig werden, Drogen nehmen oder saufen, bringen natürlich kein Geld ein.
Hier können wir den heranwachsenden Kapitalisten auch direkt fördern. Leistung lohnt sich, soll er lernen, deswegen könnte der Staat neben den elterlichen Zuweisungen ab dem 14. Lebensjahr für besonders gute Leistungen auch Geld direkt an den Kleinen überweisen, damit er sich Jeans von Diesel und höhere Handyrechnungen leisten kann. Ein Standard, den er später sicher nicht missen möchte. Etwas anwendungsnaher ginge es vielleicht für jedes herausragende Halbjahreszeugnis in Zeiten der Einführung von Studiengebühren ein Freisemester zu vergeben.
[Und liebe FDP, ich sags Euch gleich: Diese Idee ist mein geistiges Eigentum. Oh, schöne neue Welt.]
Verfasst von Michael am 16.08.05 14:11Michael, Du bist ja pervers. Und mit so einem kranken Kopf bin ich befreundet? ;-)
Posted by: Stefan am 16.08.05 15:58