11.08.05

Jeden Tag nur eine skandalöse Nachricht

Richtig aufregend, skandalös und heiss diskutiert kann jeden Tag eigentlich nur eine Nachricht sein. Heute: Der Bayer ist der bessere Mensch. Schön mitanzusehen wie ausgerechtet der “Kartell-der-Schuldigen”-Söder dem Stoiber da zur Hilfe eilt.

Doppelt schlimm aber für die Union. Wäre es doch heute ein guter Tag gewesen, um das stagnierende Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal diesen Jahres zum Tagesthema zu erheben.

Da kann die CDU noch so sehr über die FDP und ihre nichtexistente Wahlkampfpräsenz abziehen. Am Ende wird die Merkel mit dem Münte über eine große Koalition verhandeln und sie wird sich eingestehen müssen: Sie und ihre Partei sind selbst schuld.

Verfasst von Michael am 11.08.05 11:45
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Vom "Scharzen Grat" ins Schwarze Loch
Während einer Bergwanderung tritt Edmund Stoiber, Ministerpräsident von Bayern, alles platt. Sogar die plattgetretenen Ostdeutschen sind platt. Zum Thema passend Ausgewählt Aus externen Quellen ha- ben wir für nebenstehenden...
Weblog: Wahlen am: 11.08.05 13:00
stoiber, der starrkopferte alt-frustrierte
"wählerbeschimpfung ist das falsche", meinte gestern abend sogar angela merkel in der zdf-sendung "berlin mitte" und meinte weiter, alles, was dazu beitrage, daß deutschland "ehe...
Weblog: bembelkandidat aus mainhatten am: 12.08.05 10:26
Kommentare

Besonders interessant finde ich die Wiederholung: bereits vorige Woche hatte Stoiber ja bereits gesagt, er akzeptiere nicht, dass die nächste Wahl von den 'Frustrierten' entschieden werde. (Exakt: “Ich akzeptiere nicht, dass erneut der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird. Es darf nicht sein, dass die Frustrierten über das Schicksal Deutschlands bestimmen.”) Damit waren wohl die Ostdeutschen gemeint, die Spin-Doktoren wie Söder versuchten seither, dies auf Gysi und Lafontaine umzumünzen.
Da sollte man also meinen, der Stoiber habe sich damit ausreichend den Mund verbrannt. Ist ja Wahlkampf und da schaut man schon besonders genau darauf, möglichst wenig kontroverses von sich zu geben, was die Wähler verschrecken könnte.
Und dann das? Damit fällt Stoiber seinem eigenen Generalsekretär in den Rücken, der ja gerade der SPD vorgeworfen hatte, sie würde die Worte seines Chefs verdrehen. Ganz zu schweigen von Angela Merkel, die sich als Vorsitzende einer Volkspartei und noch mehr als Ostdeutsche ganz klar gegen diese Aussage positionieren muss. Und was hat das dann gebracht? Weiteren Ärger zwischen den Schwesterparteien, ein paar Stimmen mehr von gebauchpinselten Bayern, ein paar tausend Stimmen weniger von abgetörnten Ostdeutschen. Aber der Edmund, der hat ja nichts zu verlieren.

Posted by: lambach am 11.08.05 12:33

Ich glaub echt der Ede dreht jetzt vollends durch. Vielleicht hat er seine Wahlniederlage nie richtig verkraftet und sabotiert die Union nun von innen heraus.

Posted by: Jens am 11.08.05 16:35

Ist ja klar, was Angie jetzt tun muss: Klarmachen, dass der Stoiber in Bayern bleibt.

Soll sie hingehen und sich vor Merz niederknien, wenn sie kompetente Leute braucht. Das würde bestimmt auch die Umfragewerte wieder steigern. Vom Merz denken die Leute, dass er's kann.

Posted by: michael am 11.08.05 16:42

@lambach

Sicher waren “die Ostdeutschen” gemeint, egal, was Söder da jetzt herumzulavieren versucht. Nur, dass ALLE Ostdeutschen gemeint waren, DAS ist eine Erfindung des politischen Gegners. Ohne das larmoyante Gejammer interessierter Gegner nämlich liest sich Stoibers (nichtsdestotrotz sehr unglücklicher) Satz ganz simpel so, dass er “die Frustrierten” UNTER den Ostdeutschen meint - auch als “Protestwähler” bekannt bzw. als die, welche uns eine NPD-Fraktion in Sachsen beschert haben. Und wer wollte bestreiten, dass es die gibt?

Auch der Spruch bzgl. der “klugen Bayern” ist skandalös an sich nur, weil er so dumm ist - das Dumme daran war aber lediglich, das so zu SAGEN. Den Politiker möge man mir nämlich erst einmal zeigen, der SEINE Wähler NICHT als “klüger” ansieht. Es ist doch nichts anderes als logisch: Politiker machen die Politik, die sie machen, WEIL sie sie für die bessere / klügere halten. ALSO sind - in ihren Augen - ganz selbstverständlich IHRE Wähler diejenigen, die die bessere / klügere Wahl treffen, kurz: klüger sind. Das ist nichts als eine glatte Selbstverständlichkeit in der politischen Auseinandersetzung. Stoiber war eben nur so unklug, laut das zu sagen, was jeder, aber auch wirklich jeder seiner Politikerkollegen, ungeachtet der Parteizugehörigkeit, denkt.

Das wirklich Ekelhafte an der ganzen Geschichte ist, wenn man's recht betrachtet, wie genau die Leute, die an sich dasselbe denken, die Nummer vom Empörten geben - das ist verlogen und falsch, ganz egal, aus welcher politischen Ecke das kommt.

Posted by: DemonDeLuxe am 12.08.05 07:09

Im ersten Punkt (zu den 'Frustrierten') stimme ich dir im Wesentlichen zu. Den zweiten Aspekt ('kluge Bayern') halte ich jedoch weniger für einen ungewöhnlichen Beitrag zur politischen Ehrlichkeit, die ja von der Union im derzeitigen Wahlkampf als einer ihrer Slogans genutzt wird, sondern eher für einen relativ oberflächlichen Versuch, sich über Regional-Chauvinismus und Schulterklopferei bei den geneigten Damen und Herren Zuhörern einzuschleimen.
Dass dumme Sätze (auch in diesem Punkt sind wir uns einig) zu Wahlkampfzeiten von politischen Gegnern gerne als Steilvorlagen genutzt werden, ist (leider?) eine Tatsache. Da finde ich es etwas wohlfeil und scheinheilig, Kritik daran als 'ekelhaft' zu bezeichnen. Die moralische Entrüstung fällt nämlich spätestens in dem Moment zusammen, wenn die vormals Kritisierten selber wieder zu den Kritikern werden, wenn es die anderen sind, die sich eine Blöße geben.

Posted by: lambach am 12.08.05 08:40
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