14.07.05
Comeback der Deutschen?
Wahlblog schildert heute sehr hübsch und eindringlich anhand des Leitartikels von Capital die neoliberale Seite von “Sozial ist, was Arbeit schafft!”.
Die Deutschen kommen also zurück und bald gilt wieder: wir tanzen, tanzen, tanzen der ganzen Welt vor.
Meine Irritation darüber, dass allgmein angenommen wird, es läge im rationalen Eigeninteresse der Wirtschaft, auf günstigere Bedingungen mit der Schaffung von Arbeitsplätzen zu reagieren, wächst zunehmend.
Wieso sollte sie? In einem Land, dass schon immer vom Export gelebt hat, gilt umso mehr: Ein nicht unerhebliches Maß an Arbeitslosigkeit liegt absolut im Interesse der Wirtschaft. Das Gegenargument, mehr Arbeitsplätze sind mehr verfügbares Geld, sind mehr Konsum, ist gut für die Wirtschaft, funktioniert nicht. Genug Arbeitslosigkeit, um effektiv Druck auf Staat und den einzelnen Arbeitnehmer aufzubauen, liegt viel eher in der Rationalität der Wirtschaft. Mit Sozial hat das wenig zu tun. Wenn Du die Wirtschaft bist, brauchst Du austauschbare Arbeitnehmer und Du brauchst einen Staat, an den du nichts abtreten musst. Arbeitslosigkeit schafft hierfür gute Ausgangsbedingungen. Über ein gewisses Mass hinaus, ist es völlig irrational Arbeitsplätze zu schaffen.
Deutschland wird in Fragen des Preises nie konkurrenzfähig werden. Falscher Ansatz.
Verfasst von Michael am 14.07.05 12:26Der Gedanke das Arbeitslosigkeit künstlich am Leben erhalten wird um Druck auf die Regierung auszuüben ist sehr gewagt, aber auch sehr spannend, danke…
Posted by: quadrat am 14.07.05 13:20Eine sehr gewagte These! Das kligt für mich als ob Du alle Unternehmer für Sklaventreiber hältst, weil austauschbare Arbeitnehmern klingt irgendwie merkwürdig! Arbeitgeber haben meiner Erfahrung nach immer Interesse an langfristigen und guten AN, weil die nicht immer neu angelernt werden müssen, hohe Fluktuation bedeute hohe Schulungskosten!
Posted by: Mainbube am 14.07.05 17:23Ist doch klar: Überangebot führt zu niedrigen Preisen. Überangebot an Arbeitskräften drückt den Preis! - Ziel eines Untenehmens ist mit möglichst wenig Einsatz (u.a. an Arbeitskräften) möglichst viel herauszuholen. Daher ist hohe Arbeitslogikeit für den Unternehmer erstmal gut.
Danke für den Artile.
Posted by: engelchen am 15.07.05 01:09Die Wirtschaft als solche existiert nur in Ansätzen. Es gibt Unternehmen, die miteinander konkurrieren und für gemeinsame Interessen Verbände bilden. Ein Unternehmen wird, was ihm oder den Eignern nützt, tun. Der Rest der Wirtschaft ist von nachrangiger Bedeutung.
Posted by: Oliver am 15.07.05 08:01