11.07.05
Die Platitüde der Unfinanzierbarkeit
Jetzt wissen wirs endlich genau. Das Wahlprogramm der SPD ist unbezahlbar und verantowrtungslos, das Grüne Wahlprogramm kann kein Mensch finanzieren, und seitdem heute das Wahlprogramm der CDU vorgestellt wurde wissen wir: Auch nicht finanzierbar.
Und was ist mit dem Programm der FDP? Da hat noch keiner gesagt, es sei unfinanzierbar. Weil's finanzierbar ist? Quatsch. Weil die FDP mal wieder vergessen worden ist.
Gähn. Da lohnt ein Blick auf die Schuldenuhr des Steuerbunds. Fünf Minuten zuschauen hat einen sehr meditativen Effekt. Packung Kaugummis? Unfinanzierbar…
Man beachte übrigends den rhetorischen Unterschied. Finanzierbar ist das richtige Wort, bezahlbar wäre das falsche Wort. Daher die stilistisch hässliche Mehrfachverwendung in diesem Beitrag. Von etwas bezahlen kann ja auch keine Rede sein.
Verfasst von Michael am 11.07.05 20:26Naja, ganz vergessen wurde die FDP ja auch nicht. Merkel und Stoiber konnten sich laut Frankfurter Rundschau einen “humoristischen” Seitenhieb nicht verkneifen:
“Viel rumgekommen sei sie in der Welt, sagt die Kandidatin, diesmal ein breiteres Grinsen unterdrückend. Die seien auch in der Reinhardtstraße nicht außer Kraft zu setzen. Da ist die Bundespressekonferenz zu Hause, aber auch die FDP. Zu weiteren Unfreundlichkeiten über deren milliardenschweres Steuersenkungsprogramm lässt sich die mögliche Koalitionskanzlerin nicht hinreißen. Man habe das durchrechnen lassen, assistiert Stoiber. Das passe eben nicht zur Wirklichkeit.”
Quelle: http://www.frankfurter-rundschau.de/ressorts/nachrichten_und_politik/thema_des_tages/?cnt=698604
Posted by: Marcel am 12.07.05 19:29Schön Dich kommentieren zu sehen, Marcel! :-)
Ja, diese Belehrung zu den Grundrechenarten, sollte sich mancher in der Reinhardtstraße zu Herzen nehmen, wenn dort “die Bundespressekonferenz zu Hause” wäre. Und nicht nur die im Thomas-Dehler-Haus. Klingt da womöglich gar Selbstkritik heraus? Wohl kaum, denn die Frankfurter Rundschau hat im Eifer des Gefechts offenbar vergessen, dass die Bundespressekonferenz zwar nahe der FDP-Parteizentrale liegt, aber letztlich doch im Schiffbauerdamm 40!