24.05.05
Aus den Untiefen grundgesetzlicher Möglichkeiten
…könnte ein Bündespräsident so viel Vergnügen ziehen. Wenn ich Bundespräsident wäre, würde ich vielleicht folgende Variante wählen, um den Bundestag letztlich loszuwerden…
- Der Kanzler ruft an. “Du Horst”, sagt er, “die haben mir nicht das Vertrauen ausgesprochen. Gehe und löse den Bundestag auf.”
- Sei nicht so pissig, würde ich mir denken und 21 Tage lang Golf spielen gehen.
- In der Zeit könnte der Bundestag konstruktiv einen neuen Kanzler wählen, was nicht passieren würde, weil der ja gerne aufgelöst werden möchte.
- Dann könnte ich nicht mehr auflösen. Der Kanzler könnte eigentlich nur noch zurücktreten.
- Dann wäre der Bundestag gezwungen, den Versuch zu unternehmen, einen neuen Kanzler zu wählen. Ich, Horst, hätte aber, nach Artikel 63 erst mal das Vorschlagsrecht.
- Also würde ich Nena vorschlagen, weil ich finde, dass die in Deutschland immer mehrheitsfähig ist.
- Darüber müsste der Bundestag dann abstimmen. Weil Nena ja recht beliebt ist, würde sie die Mehrheit vielleicht nur knapp verfehlen, quasi symbolischer Akt der Mitglieder des Bundestags, aber nix Kanzler.
- Der Bundestag, der mittlerweile vermutlich Mordanschläge auf mich planen würde, wäre jetzt am Zuge innerhalb von 14 Tagen selbsttätig einen Kanzler vorzuschlagen und mit Mehrheit der Stimmen zu wählen. Würde aber nicht passieren, weil man ja immer noch aufgelöst werden möchte.
- Nach 14 Tagen, würde dann auch eine einfache Mehrheit der Stimmen reichen. Irgendeiner würde sich schon finden und zur Not sich selbst mit seiner eigenen Stimme wählen. Vielleicht einer der PDS-Abgeordneten, der mit zwei Stimmen Kanzler wird, weil sich der Rest der Abgeordneten wacker enthält.
- So und jetzt dürfte ich, Horst, frei entscheiden, ob ich den PDS-Kanzler im Amt bestätigen will oder liber den Bundestag auflöse. Dafür hätte ich sieben Tage Zeit, könnte also noch ein bisschen Golf spielen gehen. Und dann würd' ich den Bundestag auflösen.
- Falls der Bundestag bis dahin nicht alles Vertauen in mich verloren hat und doch lieber schnell einen Mehrheitskanzler zu Stande bringt.
So. Quasi: Kategorie “spielend lernen”. Hab' ich das jetzt alles richtig verstanden?
Verfasst von Michael am 24.05.05 10:13