11.03.05
Bizarro World
Edmund Stoiber hat den Gouvernator in Kalifornien besucht und, aufbauend auf der bayrisch-kalifornischen Länderpartnerschaft, ein Klimaschutzabkommen mit ihm ausgehandelt.
Das sieht ungefähr so aus, als würde Kardinal Ratzinger nach Dänemark fahren, um eine gemeinsame Position zur Homosexualität zu vereinbaren.
Aber nur auf den ersten Blick: denn was den Klimaschutz angeht, sind die beiden Landesfürsten insbesondere auf wasserstoffgetriebene Autoantriebe fixiert. Und schon wird die industrie- und forschungspolitische Dimension der Vereinbarung klar.
Das für mich persönlich so verwirrende Element ist folgendes: trotz meiner reflexhaften Abneigung gegen Edmund Stoiber finde ich dieses Abkommen eine sehr gelungene Idee, auch wenn es vermutlich wenig mehr als eine Reihe von Absichtserklärungen darstellt. Man kann diesen Ansatz als eine Aushöhlung des Klimaschutzkonzepts verdammen. Dazu erlaube ich mir kein Urteil, da mir keine Details dazu vorliegen. Persönlich sehe ich darin eher eine gedankliche Brücke, die Umweltschutz endlich als konstruktiven Bestandteil des Umbaus moderner Volkswirtschaften etabliert und ihn nicht mehr als Bremsklotz auf dem unaufhaltsamen Weg des Fortschritts ansieht.
Umweltschutz ist kein Arbeitsplatzvernichter (makroökonomisch gesprochen). Und Stoibers und Schwarzeneggers zugegeben ungewöhnliche Lesart des Klimaschutzgedankens stellt eine Art und Weise dar, wie diese Erkenntnis auch unter Konservativen akzeptiert werden könnte - auch wenn dieser Weg sicherlich noch lang sein wird. Aber das teurer werdende (und bleibende) Erdöl wird hier der Weisheit noch auf die Sprünge helfen.
Verfasst von lambach am 11.03.05 11:47Der engen Verflechtung von Politik und Fußball wird jetzt auch bei den Verweisen Rechnung getragen.
Posted by: Sebastian am 15.03.05 10:23